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Tierernährung

Rinder

Mutterkühe

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Einleitung

Empfehlungen zur Fütterung von Mutterkühen!

Eine leistungsgerechte Versorgung der Mutterkühe ist für die anzustrebende hohe Reproduktionsleistung der Kühe und für das Erzielen hoher Tageszunahmen der Kälber ausschlaggebend. Bei der Nutzung des Grünlandes in Form von Weide, Silage und Heu in der Mutterkuhhaltung treffen jedoch zwei unterschiedliche Interessenlagen aufeinander:

1. Die teils extensive Grünlandnutzung und Pflege von Grünlandflächen.

2. Das Erzielen hoher tierischer Leistungen zur Sicherung der Rentabilität.

Eine zielgerichtete Grünlandbewirtschaftung und Rationsgestaltung sind deshalb erforderlich.

Um eine den Leistungsabschnitten entsprechende Versorgung der Mutterkühe sichern zu können, ist eine effiziente und zielgerichtete Gewinnung von Grobfuttermitteln sowie deren gezielter Einsatz besonders wichtig. Die bedarfsgerechte Versorgung der Tiere setzt die Kenntnis der Futtermittelqualität (Energie-, Nähr- und Mineralstoffgehalte) voraus.

Der Energiebedarf von Mutterkühen setzt sich aus ihrem Erhaltungs- und Leistungsbedarf zusammen. Der Erhaltungsbedarf entspricht überwiegend der Energie, die das Tier zur Aufrechterhaltung seiner Lebensfunktionen (Verdauung, Durchblutung, Stoffwechsel usw.) benötigt.

Mit steigendendem Lebendgewicht (LG) erhöht sich der Erhaltungsbedarf. Folglich wurden die Versorgungsempfehlungen für Mütterkühe in drei Gewichtsklassen (< 600 kg, 600 bis 750 kg, > 750 kg) eingeteilt. Außerdem wurde berücksichtigt, dass mit steigendem Lebendgewicht die Tiere auch mehr Trockenmasse (TM) aufnehmen.

Der Leistungsbedarf setzt sich aus dem Energiebedarf für Milchbildung, Wachstum und Trächtigkeit zusammen. Entsprechend der zunehmenden Milchproduktion während der Säugeperiode steigt der Leistungsbedarf in der Säugeperiode bis etwa zum 150. Laktationstag an. Danach sinkt die Milchleistung der Kühe, entsprechend reduziert sich auch der Leistungsbedarf. Am Anfang der Trockenstehzeit ist der Leistungsbedarf am geringsten. Kalkulatorisch wird in diesem Leistungsabschnitt mit 3 kg Milchleistung je Tag gerechnet, um einen Aufbau an Körperkondition zu ermöglichen und dem Wachstum des Fötus zu entsprechen. Im 9. Trächtigkeitsmonat ist das starke Wachstum des Fötus zu berücksichtigen. Der Mehrbedarf für das Wachstum des Fötus entspricht einer Milchleistung von ca. 6 kg je Tag. Parallel hierzu muss die Energiekonzentration im Futter deutlich erhöht werden, da eine gesteigerte Futteraufnahme durch ein verringertes Pansenvolumen nicht möglich ist.

Im Verlauf des Reproduktionszyklus der Mutterkühe werden jeweils zwei Phasen der Laktation (Beginn bis 150. Säugetag und 151. Säugetag bis Absetzen) sowie der Trockenstehzeit (Absetzen bis 330. Tag und die letzten vier Wochen vor der Abkalbung) unterschieden.

In Abhängigkeit von der Trockenmasseaufnahme der Kuh in den Laktationsstadien und der Futterqualität verändert sich die zur Bedarfsdeckung notwendige Energiekonzentration im Futter.

Rohproteinversorgung

Eine Rohproteinversorgung von 12 bis 16 g Rohprotein je MJ ME bzw. 20 bis 27 g Rohprotein je MJ NEL ist zur Bedarfsdeckung ausreichend. Gemäß GfE-Empfehlungen (2001) sollte ein Rohproteingehalt von 9 % in der Trockenmasse nicht unterschritten werden, um eine Beeinträchtigung der Pansenfermentation auf Grund mangelnder Stickstoffversorgung zu vermeiden.

Mineralstoffversorgung

Um eine ausreichende Mineralstoffversorgung sicherzustellen, sind folgende Gehalte in Abhängigkeit vom Leistungsstadium anzustreben (Basis: GfE-Empfehlungen für Milchkühe und Aufzuchtrinder, 2001):

Mengenelemente (g/kg TM) ¹:
• Calcium: 4,0 bis 5,2 • Magnesium: 1,5 bis 1,6
• Phosphor: 2,5 bis 3,3 • Natrium: 1,2 bis 1,4
Spurenelemente (mg/kg TM):
• Zink: 50 • Kupfer: 10
• Selen: 0,2 ² • Mangan: 50
• Jod: 0,5 ² • Kobalt: 0,2

¹ Die angegebenen Spannen sind abhängig von der Milchleistung. ² Für Aufzuchtrinder 0,15 mg Selen und 0,25 mg Jod je kg TM.

In der Stallfütterung sollten grundsätzlich 50 bis 100 g Mineralfutter je Kuh und Tag verabreicht werden. Die Auswahl des Mineralfutters hängt von den jeweils eingesetzten Grobfuttermitteln ab. Auf der Weide sind neben Salzlecksteinen (Natriumversorgung) Mineralstoffe über Leckeimer, mindestens aber Minerallecksteine anzubieten.

Das über viele Jahre erworbene „Know-how“ auf diesem Sektor, macht uns zu einem führenden Unternehmen dieser Sparte in Luxemburg.

Unsere Fütterungsspezialisten stehen Ihnen mit ihren Kenntnissen gerne zur Verfügung.